In diesem Abschnitt der Ausbildung beginnen wir mit dem Zyklus des Planeten Neptun durch die einzelnen Konstellationen, was also gemäß unserer bisherigen Tradition bedeutet, dass wir mit
Mars-Neptun beginnen, was einem Neptun im 1. Feld entspricht oder einem Mars im Feld 12, oder einem Mars in dem Zeichen Fische, beziehungsweise den Quadraten, Oppositionen oder Konjunktionen. Das
alles bezogen auf die formelle Ebene. Auf der inhaltlichen Ebene können wir einen Fisch am Aszendenten haben, beziehungsweise das Widder-Zeichen an der 12. Felderspitze. Auch dann hätten wir auf
der inhaltlichen Ebene die Konstellation Mars-Neptun gegeben.
Mars-Neptun ist sicherlich eine Konstellation, die im oberen Drittel rangiert, was den Schwierigkeitsgrad angeht. Das hat vor allen Dingen seine Ursache in der Tatsache, dass das Mars-Prinzip,
weil es auch zum Widder und damit zum Beginn des Tierkreises gehört, eine sehr entscheidende Schlüsselaufgabe hat. Nämlich das Leben, das am Beginn des Tierkreises gerade entsteht, sozusagen am
Leben zu erhalten. Der Widder oder das Mars-Prinzip, was ums Überleben kämpft, würde im psychologischen Sinne dem Prinzip des Antriebes, der Antriebsstärke, des Antriebswillens entsprechen.
Wenn der Antrieb, beziehungsweise der Überlebenstrieb, also der Wille, sich im Leben zu halten, wenn der mit Neptun in Verbindung kommt, dann erleidet er zunächst mal eine Schwächung. Denn wir
wissen, dass kein Mensch erleuchtet geboren wird - in Klammern könnte ich dazu sagen: wenn das mal der Fall sein sollte, dass es einen solchen gibt, dann brauchen wir ihm sicherlich astrologisch
nichts zu raten.
Die meisten, die wir kennen lernen werden, sind noch nicht erleuchtet und sind mit Sicherheit nicht erleuchtet geboren worden. Insofern muss diese Mars-Neptun-Konstellation bei jedem Menschen
zunächst in einer Erleidensform, mit einem eher doch negativen Vorzeichen, in Erscheinung treten. Das heißt es kommt hier schon bei der Geburt zu einer Lähmung der Energie, zu einer Lähmung des
Antriebes, zu einer Schwächung des Lebenswillens. Wobei man aus Erfahrung auch sagen kann, dass es leider so ist, dass Kinder, die tot geboren werden, in einem übermäßig häufigen Maß die
Mars-Neptun-Konstellation im Horoskop haben. Wobei dann eine Totgeburt eine ganz drastische Form des nicht mehr vorhandenen oder extrem geschwächten Willens zum Leben oder zum Überleben
darstellt.
Nun gehen wir davon aus, dass dieser Mensch, der geboren worden ist, lebt. Und wenn er diese Konstellation hat, dann muss man sich, wie bei jeder Neptun-Konstellation – ich bitte Sie, sich das
sehr genau zu merken – dann muss man sich wie bei jeder Neptun-Konstellation darüber im Klaren sein, dass sie eigentlich einen Schutz darstellt. Neptun-Konstellationen schützen vor jeweiligen
Gefahren. Und wenn wir den Mars, der mit Sicherheit auch als Gefahrenpotenzial im Sinne des Angriffs an sich gewertet werden kann - erinnern Sie sich an Widder, das Raubtier, der Angreifer /
Stier, das Herdentier, der Verteidiger - also wenn wir Mars mit Sicherheit auch als den Angriff sehen können, dann muss der Neptun im Grunde genommen der Schutz vor dem Mars sein.
Ein Beispiel. Stellen Sie sich ein Kaninchen vor. Das sitzt auf der Wiese und alles ist schön. Plötzlich raschelt es, klappert es, und das Klappern kommt von einer Klapperschlange. Welche Chancen
hat das Kaninchen? Wenn es einen Schreck bekommen würde und vor allen Dingen diesen Schreck deutlich zeigen würde, zum Beispiel, dass es anfängt zu schreien oder dass es beginnt, wegzulaufen,
dann würde es sicher jede Chance verspielen, dem Tod zu entrinnen. Die Schlange wäre schneller.
Insofern braucht das Kaninchen Schutz vor dem aggressiven Feind. Dieser Schutz im Sinne von Neptun führt jetzt dazu, dass das Kaninchen Folgendes tut: Nichts. Es bleibt einfach still sitzen, im
besten Falle eben unbemerkt. Es rührt sich nicht. Mars hat sehr wohl mit Energiefreisetzung zu tun, die aber, wenn Neptun hinzukommt, im Sinne eines Schutzes, nicht mehr zum Zuge kommt. Das heißt
jede Form einer ängstlichen Äußerung beispielsweise die in Energie gleichgesetzt werden könnte, wird verdrängt.
So geschieht also gar nichts. Und das heißt auch im weiteren Sinne, dass die Schlange das Kaninchen nicht bemerkt. Insofern stand es unter einem neptunischen Schutz. Es war zwar einerseits
verhindert, zum Beispiel in seiner Eigenart als Kaninchen, weil es für diese Weile des Nichttuns zum Beispiel auch keine Mohrrüben mehr essen konnte oder am Salat knabbern konnte. Aber das ist
der Preis, der zunächst bei Mars-Neptun bezahlt werden muss. Ein gewisser Teil der eigenen Persönlichkeit muss hinten angestellt werden und kann nicht, wie sonst normalerweise, einfach weiter
ausgelebt werden.
Das bedeutet auf das reale Leben von Menschen übertragen, dass sie zunächst im Sinne des nicht erleuchtet seins mit einer Verhinderung ihrer marsischen Fähigkeiten, also einer Verhinderung ihres
Kräftepotenzials, versehen sind. Das heißt es kommt hier zu einer gewissen Schwächung des Energiehaushaltes im Körper, der sich sehr wohl auch direkt körperlich zeigen kann. In extremen Formen
zum Beispiel in der Muskelatrophie, also einem Muskelschwund, wobei die Muskeln dem Mars entsprechen. Und ein Muskelschwund den Menschen sozusagen in die geschützte Lage versetzt, so müsste man
es zunächst mal sehen, sich nicht bewegen zu können. Selbstverständlich ist klar, dass das für die allermeisten Menschen nicht als Schutz empfunden wird, sondern als Verhinderung. Das führt mich
zu einer ganz grundsätzlichen Überlegung, die Sie bitte auch auf keinen Fall vergessen dürfen:
Dass die neptunischen Schutzmechanismen, die am Anfang des Lebens oder in bestimmten Situationen sehr sinnvoll sind, dass diese Mechanismen ab einem bestimmten Zeitpunkt im Leben aber zu einer
Verhinderung werden, automatisch zu einer Verhinderung werden. Und das geschieht immer dann, wenn der Schutz an sich nicht mehr notwendig ist, weil das aggressive Potenzial, so nennen wir das mal
im Sinne der Klapperschlange, nicht mehr vorhanden ist.
Das Kaninchen kann sich wieder bewegen, wenn die Schlange die Wiese verlassen hat. Nur – das weiß das Kaninchen nicht, wann es soweit ist. Beziehungsweise das Schicksal lässt den Neptun so lange
wirken, um sicherzugehen, dass die Gefahr vorüber ist. Nur ist das normalerweise immer erheblich länger, als die Gefahr eigentlich angedauert hat. Und genau dieser Zeitraum, nachdem die Gefahr
vergangen ist und dem Wirken des Neptuns, genau in diesem Zeitraum besteht die Verhinderung.
Aus dem bisher Gesagten leiten sich relativ leicht die entsprechenden vier Bilder ab, die des Wesens, des Inhalts, der Form und des Verhaltens. Das Wesensbild, das den inneren Kern der
Konstellation darstellt, ist die kosmische Energie. Oder man könnte auch sagen: die Energie der Metaphysis. Kosmische Energie als schlichte Übersetzung von Neptun-Mars soll bedeuten, dass
Menschen, die diese Konstellation auf höher entwickeltem Niveau leben können, sozusagen einen Zugang zu einer kosmischen Steckdose besitzen, in der ungehindert viel Energie fließt. Eigentlich ein
total entgegengesetzter Zustand - was auch logisch ist, denn die entwickelte Form ist die entgegengesetzte Form der unentwickelten, in der es eher um den normalen Zustand der Antriebsschwächung
geht.
Die Antriebsschwäche ist dann auch bereits das Formbild, in der sich das Wesen der kosmischen Energie auf Erden zunächst mal zeigt. Wobei diese Form der Antriebsschwäche inhaltlich nichts weiter
als den Auflösungszustand von marsischer Energie an sich repräsentiert. Wenn inhaltlich gesehen die marsische Energie sich im Auflösen befindet, dann muss das zu einer immer weiter
fortschreitenden Schwächung des Antriebs und des persönlichen Willens führen. Insofern gehen natürlich hier Inhalt und Form, also Auflösung von Energie und die Antriebsschwäche, Hand in
Hand.
Alles das führt letzten Endes zu dem Verhaltensbild der Wehrlosigkeit. Wobei das ein sehr kräftiger Begriff ist, und dennoch es Menschen gibt, die Mars-Neptun auf vollkommen unentwickeltem Niveau
in diesem Sinne als Wehrlosigkeit oder als eine Unfähigkeit, sich wehren zu können - wogegen auch immer - empfinden. Und wenn Sie Menschen kennen, die diese Wehrlosigkeit in ihrem Verhalten in
einem besonderen Maße zeigen, dann ist es sehr, sehr gut möglich, dass sie den Mars-Neptun haben - und dann auch auf einem entsprechend
unentwickeltem Niveau.
Auf der anderen Seite besitzen sie dadurch immer auch eine ungeheure Chance, aus ihrer Wehrlosigkeit herauszukommen und Zugang zu einem Kräftepotenzial zu bekommen, das ihresgleichen sucht.
Mars-Neptun ist insofern eine Konstellation, die auf höher entwickeltem Niveau oder gar hoch entwickeltem Niveau einen Energieschub bietet, der ungeahnte Möglichkeiten im späteren Leben zulässt.
Insofern ist es bei Beratungsgesprächen sehr wichtig, bei dieser Konstellation auch das Entwicklungsniveau zu prüfen. Um sagen zu können, ob dieser Mensch genug Antrieb zur Verfügung hat, aus
seinen ansonsten bewusst gemachten Problemen auch Konsequenzen ziehen zu können. Denn um aus Problemen, die man bewusst gemacht hat, Konsequenzen zu ziehen, braucht man Antrieb, braucht man Mars.
Wenn diese Antriebsschwäche stark vorhanden ist, dann kann man bewusst sein, so viel man will, man wird nichts ändern können. Also insofern hat Mars-Neptun für den Entwicklungsgang eines Menschen
eine Schlüsselaufgabe, eine Schlüsselposition.
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